Hausmittel bei leichten Erkrankungen

Version 1.8
Datum: 28.09.95


erstellt von Andreas Kühlmeyer
WWW-Homepage: http://www.kuehly.de/hausmittel.html


Diese Seite soll Tips und Hinweise geben, wie man sich bei leichteren Erkrankungen, z.B. grippalen Infekten, mit haushaltsüblichen Mitteln selbst helfen kann.

Die Seite will und kann nicht den Besuch bei einem Arzt ersetzen. Sie will nur Hinweise geben, wie man bei "harmloseren" Erkrankungen auch ohne die üblichen Pharmaka gesund werden kann. Falls Du irgendwelche Zweifel hast, dann frage Deinen Arzt oder Apotheker! Das gilt vor allem für Allergiker. Auch wenn die Beschwerden nicht nachlassen oder gar schlimmer werden, sollte man in jedem Fall zu seinem Hausarzt gehen.

Diese Seite sagt euch auch nicht, was ihr tun müsst um gesund zu werden. Sie bietet keine absolute Wahrheit, sondern reflektiert nur eine Reihe von Standpunkten. Bildet euch eure eigene Meinung!

Beachtet auch das Kapitel Rechtliches!

Wenn Markennamen im Text genannt sind, dann heisst das nicht, dass dies das einzige Produkt mit den gewünschten Eigenschaften ist. Es kann auch andere, eventuell günstigere Produkte geben. Befrage dazu bitte einfach deinen Arzt oder Apotheker.

Diese Page hat zwar schon einen beachtlichen Umfang. Weitere Ratschläge, Tips und Mittelchen sind aber immer willkommen. Auf Kritik reagiere ich normalerweise auch in vernünftiger Art und Weise. Falls du also einen Tip hast, einen Schreibfehler entdeckt hast, dich irgendwas stört oder du die FAQ einfach nur gut findest :-), dann schreibe einfach eine Mail an mich.

Ich behalte mir vor, bei Ratschlägen, die ich aufnehme, eventuelle Rechtschreib- oder grammatikalische Fehler zu korrigieren oder die Texte zu kürzen.

Jeder Abschnitt, der nicht von mir ist, ist mit einer kurzen Kennung am Ende markiert. Zu welchen Namen die Kennungen gehören, steht im Kapitel Mitarbeiter.

Diese Page entstand aus einer FAQ ("Hausmittel-FAQ") heraus, die ich im Laufe des Jahres 1995 zusammengestellt habe. Ich bedanke mich vor allem bei allen Mitwirkenden und allen Lesern und Schreibern in der Newsgroup Z-Netz/Gesundheit/Tips, ohne die weder die FAQ noch diese Seite entstanden wären.


Inhaltsverzeichnis

  1. Erkältungen
    1. Allgemein
    2. Husten
    3. Schnupfen
  2. Schmerzen
    1. Allgemein
    2. Kopfschmerzen
    3. Zahnschmerzen
    4. Halsschmerzen
  3. Verdauungsstörungen
    1. Durchfall
    2. Gastritis
  4. Sonstiges
    1. Bindehautentzündung
    2. Schlafstörungen
    3. Chronische Müdigkeit
    4. Fußpilz
  5. Literaturtips
  6. Kontaktadressen
  7. Mitarbeiter
  8. Rechtliches

1. Erkältungen

Darunter fallen alle Arten von grippalen Infekten wie Husten oder Schnupfen. Häufig gibt es als weitere Symptome Fieber, Heiserkeit, Gliederschmerzen, Kopfschmerzen und Übelkeit.

Sollten die Beschwerden schwerwiegender sein oder auch nach etwa zwei Tagen nicht abklingen, dann sollten Sie unbedingt zum Arzt gehen.

"Die Leute sollten angeregt werden, eine Erkältung nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. Wenn man krank ist, ist man krank und sollte das dann auch auskurieren. Nichts ist schlimmer und überflüssiger als eine über Wochen verschleppte Erkältung." [HS1]

1.1 Allgemein

Vorbeugung

Zur Vorbeugung ist es sinnvoll, sich mit Vitamin C einzudecken. Am besten in natürlicher Form (sprich aus Zitronen, Orangen, Gemüsepaprika etc.). Es gibt Vitamin C auch als als Pulver oder als Brausetabletten. Über Art und Menge der Einnahme streiten sich die Wissenschaftler noch. Die Empfehlungen reichen von "kein künstliches Vitamin-C" bis zu "mehrere Teelöffel pro Tag".

Bei unserer Luxusernährung ist eine Zuführung von Vitaminpräparaten nur für einen nützlich: die Pharmaindustrie! [Zuviel] Vitamin C (Ascorbinsäure) säürt den Urin an. Dadurch ändert sich das Löslichkeitsprodukt für u.a. Harnsäure. Folge: Nierensteine. [HS1]

Es kann/soll helfen, bei ersten Erkältungssymptomen einmalig einen gehäuften Teelöffel Ascorbinsäure (Vitamin C) in Wasser gelöst zu trinken. Sinnvoller und leckerer ist sicherlich die gute alte "Heisse Zitrone". [HS1]

Präventivmaßnahme, um Erkältungen vorzubeugen: Jede Woche in die Sauna. [OT1]

Abhärtung

Regelmäßige Saunabesuche, morgendliche Wechseldusche (erst heiß, dann kalt, auch gut gegen "Kreislauf-schwäche"=Hypotonie), Sport an frischer Luft, Spaziergänge etc. sind geeignete Maßnahmen. Sprüche wie:"Den Kopf halt kühl, die Füsse warm, so machst du jeden Doktor arm." oder:"Es gibt kein schlechtes Wetter, nur ungeeignete Kleidung." gehen in die gleiche Richtung. Wenn ich mir ansehe, wie die Kids heute teilweise bei naß-kaltem Wetter 'rumlaufen, wundert es mich eigentlich nicht, daß sie permanent "verrotzt" sind: dünne Turnschuhe, Baumwollsöckchen, Jeans, T-Shirt, Sweatshirt und Windjacke reichen halt nicht aus gegen Auskühlung und Nässe. Besser war da die "Mode" zu meiner Zeit mit dicken Boots, Cordhose und BW-Parka. [HS1]

Bade-Schwitz-Kur

Falls man doch erwischt wurde, so sollte man sich, wenn es irgend geht, schonen. Am besten gesundet man, wenn man es sich im warmen Bett gemütlich machen kann. Hilfreich ist z.B. ein warmes Vollbad, evtl. ein Minze-Kräuterbad (ein paar Tropfen japanisches Minzöl reichen aus). Nach dem Bad mummelt man sich dann sofort ins Bett und bleibt dort ein weilchen im Warmen.

Ein Tip für eine "Roßkur": Bei gutem Kreislauf (!) Vollbad so heiß und lange wie möglich, dann einige Tropfen Pfefferminzöl dem Badewasser zugeben. Subjektiv sinkt durch diese Zugabe die Badetemperatur, so daß man es danach noch einmal einige Minuten im Bad aushalten kann. Danach ist man so erledigt (allerdings wohlig erledigt), daß man stumpf ins Bett fällt und ordentlich schläft. Wirkmechanismus ist wohl die Überwärmung mit Aktivierung der Abwehrkräfte (Wird auch in der Krebstherapie angewandt!). Wie gesagt: Roßkur![HS1]

Es ist auch nicht schlecht, wenn man etwas intensiver schwitzt. Dann sollte man nur ab und an den Pyjama/das Nachthemd wechseln. [FU1]

psychische Faktoren

Jetzt noch ein bißchen entspannende Musik, vielleicht einen netten Schmöker und dann - die Decke über die Ohren ziehen und auspennen. Optimal ist es natürlich, wenn man jemanden hat, der einen lieb pflegt und für [Pfefferminz-] Tee-Nachschub sorgt. [...] Es reicht ja schon, wenn man sich ein bißchen wohl fühlt. [KR1]

Erkältungen ausbrechen lassen

Das wichtigste aber ist ein unbedingter Glaube an die körpereigenen Abwehrkräfte. Viele naturheilkundliche Ärzte empfehlen, alle Jahre wieder eine Erkältung tatsächlich zum Ausbruch kommen zu lassen, weil dies das Immunsystem 'trainiert'. [FU1]

Nicht nur die Naturheilkundler! Es ist ein feststehender Satz in der Medizin, daß der Kontakt die Immunität schafft. Da es sich bei den Erkältungen primär um Virusinfekte handelt, gegen die die Medizin ja bekanntlich (noch) kein Heilmittel hat, werden die Erkältungen ausschließlich von den körpereigenen Abwehrkräften besiegt. Alle gängigen Therapien, auch die Hausmittel, haben zum Ziel, den Körper beim Abwehrkampf zu unterstützen. Erst wenn es - sekundär - zur Superinfektion mit bakteriellen Erregern kommt (Bronchitis...) kann die Schulmedizin mit Antibiotika wirklich heilen, wobei auch hierbei lediglich die Keimzahl reduziert wird, den letzten Rest zur Gesundung aber der Körper allein schaffen muß. [HS1]

ätherische Oele

Die ätherischen Oele von Pfefferminz- oder Kamille-Tee bzw. dem japanischen Minz-Oel wirken auch i.A. sehr angenehm. Tee trinken oder inhalieren (s. 1.3 Schnupfen), Minz-Oel inhalieren oder in einer Duftlampe verdampfen lassen. Hat man keine Duftlampe zur Hand, dann reicht ein Schüssel mit etwas Wasser, darin 3-5 Tropfen Minz-Oel, das Ganze auf die Heizung oder in die Sonne stellen, je nach Jahreszeit.

Für Kleinkinder: Die Warnung in Kapitel 1.2 lesen!

Hühnerbrühe

Klingt brutal, aber hilft tierisch gut. Koch dir eine Hühnerbrühe und würze das ganze mit viel, viel Curry. Hühnerbrühe wirkt nähmlich fast wie ein Antibiotikum und Curry löst den Husten und den Schnupfen. [BB1]

Echinacea

Ich habe beste Erfahrungen mit Echinacea gemacht, insbesondere dem Präperat von Bioforce (ich habe keinen geschäftlichen Bezug zu dieser Firma). Bei den ersten Anzeichen nehme ich die max. empfohlene Dosis ein. Echinacea sollte nicht langfristig genommen werden. [FU1]

Zwiebeln

Auch viel Zwiebeln essen kann eine Erkältung verhindern. [FU1]

Luftfeuchtigkeit

Eine Erkältung entsteht oft durch ausgetrocknete Schleimhäute (trockene Heizungsluft im Winter). Wenn ich merke, daß ich einen trockenen Hals habe, weiß ich: eine Nacht damit schlafen, und die Erkältung ist vorprogrammiert. Also stelle ich eine Kochplatte mitten ins Wohnzimmer und lasse ein paar Liter Wasser verdampfen, bis sich sie Scheiben beschlagen. OK, feuchtwarme Luft ist nicht jedermanns Sache, aber ich mag sie. Und es hilft hervorragend. [PL1]

"Subjektiv bringt das vermutlich tatsächlich Linderung. Besser (auch für Mobiliar und Tapeten ;-) ist es, zu inhalieren... Die Leute sollten einfach mal an das Naheliegende denken: trocken ist die Luft im Winter doch nur in der Wohnung. Ein Spaziergang an der frischen und feuchten Luft feuchtet nicht nur die Schleimhäute an, sondern führt über die vertiefte Atmung auch zu einer besseren Durchblutung der Lunge und damit zu einer Verbesserung der Abwehrlage. Wenn man jetzt noch den Spaziergang im Wald macht, kommen die in der Waldluft nachgewiesenen antibiotisch wirksamen Substanzen noch hinzu!" [HS1]

1.2 Husten

Symptome lindern

Zur Linderung der direkten Beschwerden hilft gelegentlich das Lutschen von Bonbons mit ätherischen Oelen (z.B. Eukalyptus-Bonbons oder Fisherman's Friends Mint). Wenn man nichts anderes hat, auch das Lutschen von Zucker-Kandis. Diese Methoden sollte man allerdings nicht übertreiben, da sonst die Zähne leiden.

Warnung: Für diese Empfehlung wie auch für das Inhalieren ätherischer Oele sollte man beachten, daß es insbes. bei Säuglingen und Kleinkindern zu paradoxen Effekten kommen kann. Insbes. mentholhaltige Präparate können bei dieser Altersgruppe bronchialverengende Wirkung haben.Ein simpler Erkältungshusten kann sich u.U. zur obstruktiven Bronchitis ausweiten. [FW1]

Einreiben

Mit japanischem Minzöl kann man auch die Brust einreiben und dann den Patienten ins Bett stecken.

Wirkmechanismus der Einreibungen mit ätherischen Oelen ist übrigens neben den inhalativen Wirkungen der Oele (Schleimhautberuhigung, Weitung der Bronchien, Hebung der Stimmung (psychotrophe Wirkung!)) auch der viszerokutane Reflex (VKR): über die entsprechenden Rückenmarksegmente stehen innere Organe und zugehörige Hautareale (Headsche Zonen) über Nerven miteinander in Verbindung (z.B. Schmerzen in der rechten Schulterregion bei Gallenblasenkolik). Kampher etc. verbessern die Hautdurchblutung über eine Weitstellung der Blutgefäße; gleichzeitig wird das entsprechende innere Organ besser durchblutet! Ein Einreiben der Brusthaut (auch Schulter und Rücken!) verbessert so die Durchblutung der Lunge 1. über die tiefere Atmung und 2. über den VKR. Bessere Durchblutung bedeutet immer bessere Abwehrlage, weil pro Zeiteinheit mehr weiße Blutkörperchen an den Ort des Geschehens gebracht werden können. [HS1]

Sinnvoll sind auch Salben-Präparate, die ätherische Oele wie Kampher, Eukalyptusöl, Fichtennadelöl und Menthol etc. enthalten, z.B. EUFIMENTH(R). Die Salben haften länger auf der Haut und wirken so länger. [HS1]

... und verhindern eine ausreichende Transpiration und Verdunstung, was bei fieberhaften Infekten dann regelmässig zum Wärmestau führt. Schreckgespenst eines jeden Notarztes: 22.00 mit 39.8 fieberndes Kind, das mit einem fetten Wattewickel unter der dicken Federdecke liegt.Im Extremfall wird der Schüttelfrost dann auch noch mit einer Wärm- flasche bekämpft. Bei Fieber erscheint es mir günstiger, auf fettende Einreibungen zu verzichten. Der Fiebernde sollte mehrfach täglich mit einer lauwarmen Seifenlösung leicht gewaschen werden, da die Wärmergulation auch schon durch die normale Fettabsonderung der Haut bei Fieber gestört ist,selbst wenn keine Salben angewendet werden. [FW1]

Für Kleinkinder: Die Warnung oben lesen!

Zwiebeln

Zwiebeln auskochen und mit Honig süßen. Davon 3x täglich einen guten Schluck. [BB1]

Variante: Zwiebel in Scheiben schneiden und mit Zucker abwechselnd in einem Trinkglas schichten. Den entstehenden Sirup Teelöffelweise bei Bedarf einnehmen. [HS1]

Bei Husten und Schnupfen hilft es während der Nacht ganz hervorragend, eine kleingewürfelte Zwiebel auf den Nachttisch zu legen. Durch das Einatmen der in der Zwiebel enthaltenen ätherischen Oele bleiben die Atemwege frei, es kommt nicht zu dem "trocken Halsgefühl" das man i.A. die Nacht über hat und die Nase bleibt frei. Wichtig ist dabei nur,daß man den Geruch erträgt ;-) [HH1]

Holundersaft

Sehr gut ist auch heisser Holundersaft mit Honig: löst Schleim gut und lindert den Hustenreiz, ohne das Abhusten zu unterdrücken. [HS1]

Kartoffelwickel

Ein Kartoffelwickel wirkt manchmal Wunder. Dazu kocht man Kartoffeln ab (inkl. Schale), wickelt sie heiß(!) in ein festes Tuch (Handtuch), zerdrückt sie und legt die ganze Packung dem Patienten auf die Brust. Achtung: Es darf natürlich nicht zu heiß sein!

Honigmilch

Linderung bringt das Trinken von heißer Honigmilch. Dazu gibt man Honig in Milch (etwa 1 TL pro Tasse) und erhitzt das ganze. Der Honig löst sich unter Rühren auf.

1.2a produktiver Husten

Darunter versteht man Husten mit Auswurf.

Es ist Blödsinn, produktiven Husten, d.h. Husten mit Auswurf, zu unterdrücken. Hier geht es darum, festsitzenden Schleim zu lösen und das Abhusten zu erleichtern. Jede Stase (Festsitzen von Sekret, z.B. auch Galle, Urin ...) ist der halbe Infekt! Bei produktivem Husten daher viel Flüssigkeit trinken, inhalieren etc. [HS1]

Zur Nacht Codein (z.B. Paracodin(R)), damit man in Ruhe (ein-)schlafen kann. Codein ist ein Opium-Derivat, daß zentral (d.h. im Gehirn) den Hustenreiz abschaltet. Dadurch können sich die Schleimhäute über Nacht beruhigen - und am nächsten Tag sieht die Welt wieder ganz anders aus... [HS1]

Achtung: Codein blockiert den Hustenreflex, d.h. eventüll vorhandener infektiöser Schleim rutscht tiefer in die Lunge und führt dort 2eventüll zu Lungenentzündungen. [KO1] Codein heilt also nicht, sondern eliminiert nur die Symptome!

1.2b unproduktiver Husten

Ein unproduktiver Reizhusten quält nur; hier hilft auch keine Flüssigkeitszufuhr, weil ja kein Schleim abzuhusten ist. Inhalieren und Codein hingegen beruhigen die gereizten Schleimhäute. Wenn der Reizhusten nach einigen Tagen nicht nachlässt, erneut Hausarzt aufsuchen und Diagnose erzwingen. Erneut, weil zur Verschreibung des Codeins ja der Hausarzt schon einmal aufgesucht wurde. [HS1]

Ist zwar kein echtes Hausmittel, aber wenn's hilft... Alternative:

Ich würde statt Codein einen Hustenblocker mit Clobutinol empfehlen, das ist zwar "chemisch", aber dafür nicht verschreibungspflichtig und hat auch kein Suchtpotential (das ist beim Codein zwar gering, aber vorhanden). [PH1]

Wurde in diesem Zusammenhang Thymian erwähnt (z.B. als Tee)? Wirkt auch sehr gut bei Reizhusten! [PH1]

1.3 Schnupfen

ätherische Oele

Zur Befreiung der Atemwege hilft das Inhalieren von ätherischen Oelen [Anm: für Kleinkinder: Die Warnung in Kapitel 1.2 lesen!] (Pfefferminze) oder von Salzwasserdampf.

Gegen eine verstopfte Nase hilft Pfefferminzöl-Schnuppern. Am besten einen Pfefferminztee kochen (am bestem aus losen Blättern, die sind mit den ollen Beuteln gar nicht zu vergleichen!) und einen Tropfen Pfefferminzöl drauf. Jetzt die Nase drüber und tiieef Luft holen. Vorsicht, daß nichts in die Tasse tropft. ;-) [KR1]

Ebenso gut wirkt auch Kamille-Tee aus Blüten.

Effektiver wird's noch, wenn man ein Handtuch über seinen Kopf und den Topf mit dem Tee legt. Achtung: Darunter kann es sehr heiß werden!

Salbeiöl schnüffeln (Hemdkragen ) oder in den Tee hat mir auch immer gut geholfen, den Schleim zu verflüssigen. [KO1]

Wie in Kap. 1.2 beschreiben, hilft eine kleingewürfelte Zwiebel auf dem Nachttisch. [HH1]

Salzlösung

Inhalieren mit Salzlösung ist wirklich eine gute Sache! Sinnvoll ist hier eine gesättigte Lösung [...] Einfach einen kleinen Kochtopf nehmen und ordentlich das preiswerteste Kochsalz hinein. Fertig! Eine Überdosierung ist hier nicht möglich! [HS1]

Der Wirkmechanismus ist wie folgt: mit dem Wasserdampf wird Kochsalz auf die Schleimhäute der oberen Atemwege gebracht. Das Kochsalz zieht Wasser an und befeuchtet so die Schleimhäute. Der auf den Schleimhäuten liegende Schleim kann so besser verdünnt und abgehustet werden. Wichtig ist hier auch ausreichende Flüssigkeitszufuhr, d.h. viel trinken! [HS1]

Scheint mir physikalisch unmöglich zu sein. Sinnvoll ist nur ein Zerstäuben der Salzlösung mit Ultraschall- oder Druckluftinhalatoren, die bronchialgängige Nebel erzeugen.Die Wirkung von Meeresluft und Gradierwerken beruht ebenfalls auf einer solchen Zerstäubung, allerdings nur bei entsprechender Windbewegung und längst nicht mit der Effektivität eines Inhalators. [FW1]

Druckluftzerstäuber, die bronchialgängige Nebel erzeugen, gibt es ab ca. 200 ,- im medizinischen Fachhandel. Die Ultraschallvariante ist etwas teurer. Bei chron. Atemwegserkrankungen und auch bei Kindern mit wiederkehrenden Infekten zeigen sich die Krankenkassen durchaus groß- zügig. Die Kosten werden übernommen, oder die Kasse gibt solche Geräte auf Leihbasis aus ihrem Bestand an die Patienten ab. [FW1]

Gut ist auch, der heissen Kochsalzlösung 1 bis 2 Tropfen Pfefferminzöl beizufügen (Vorsicht! Nicht zu viel!!!). Das Oel legt sich als Film auf die Schleimhäute und macht eine milde Schleimhautbetäubung, was Kratzen und Hustenreiz erträglicher macht. Außerdem weitet es die Bronchien - mensch kann besser durchatmen. Außerdem ist ein positiver Effekt auf die Psyche bekannt, d.h. das Pfefferminzöl hebt die Stimmung. Gute Laune stärkt wieder das Immunsystem, d.h. der Körper wird besser mit der Erkältung fertig. [HS1]

Schneuzen

Wasser (oder Salzwasser) in der Nase hochziehen und ausschneutzen. [KO1]

Anmerkung: Mit Salzwasser ist das eine Radikalkur, die man nicht allzu oft durchführen sollte, sonst leiden die Schleimhäute.

Ist nicht zu erwarten, wenn die Konzentration im physiol.Bereich liegt (also 0.9 %-ig).In der physiotherapeutischen Literatur wird empfohlen, die Konzentration unter 2 % zu halten. [FW1]

Wichtig : Nase richtig putzen! Nie durch beide Nasenlöcher gleichzeitig schneutzen. Das könnte dazu führen, daß der Naseninhalt sich nach oben zur Stirnhöhle drückt. Gefahr: Stirnhöhlenentzündung. Oder Nase hochziehn. Durch den Unterdruck wird der Schleim aus den Nebenhöhlen gesaugt. [KO1]

Wichtig! Falsches Naseputzen ist häufig die Ursache für Mittelohr- infektionen! Typisch: Mutter unterstützt das Kind beim Naseputzen und drückt dabei mit zwei Fingern auf beide Nasenflügel. Folge ist eine Druckerhöhung im Nasen-Rachen-Raum; der infektiöse Schleim wird über die Tuben ins Innere des Ohres gepresst. [FW1]

Trinken

Man kann es nicht oft genug sagen: Das A und O bei diesen ganzen Schleimgeschichten ist ausreichende Flüssigkeitsaufnahme! Trinken, Trinken, Trinken verdünnt den Schleim! [HS1]

1.4 Harnwegsinfekt

Beim banalen Harnwegsinfekt ("Blasenerkältung") hilft es, viel(!) zu trinken. Dazu trockene Wärme (Wärmflasche) und Urinansäürung (z.B. mit Ascorbinsäure (Vitamin C), die Keime mögen das garnicht) sind in der Regel ausreichend und werden auch vom Hausarzt empfohlen. Wenn die Beschwerden nicht nachlassen, kann man nach 1-2 Tagen immer noch den Hausarzt aufsuchen. Bei Fieber u. starken Beschwerden natürlich sofort, dann ist es ernst! [HS1]

Sehr gut wirksam sind Bärentraubenblätter: Mehrmals täglich eine Tasse als Teeaufguß trinken. Die Blätter enthalten eine Substanz (Hydrochinon), die im Harn eine antibakterielle und desinfizierende Wirkung entfaltet. Man sollte dann aber auf jeden Fall eine erhöhte Zufuhr von Vitamin C verzichten, da das Hydrochinon nur im alkalischen Milieu freigesetzt wird. Da die Blätter sehr viel Gerbstoffe enthalten, die auf die Dauer den Magen angreifen können, sollten empfindliche Personen einen Kaltauszug bereiten: Die Blätter mit kaltem Wasser übergießen, 1/2 - 1 Std. "ziehen" lassen, dann abseihen und den Sud aufkochen. Dazu aber trotzdem noch viel trinken und Wärme! [PH1]


2. Schmerzen

In dieser FAQ stehen Tips, wie man bestimmte akute Schmerzen lindern kann. In der Regel sind Schmerzen aber nur Symptome für ein echtes Problem, das der Körper hat. Um bestimmte Schmerzen grundsätzlich zu eliminieren, muß man die Ursache finden und bekämpfen. Das kann aber nur ein Arzt!

2.1 Schmerz allgemein

Schulmedizin

Hilfreich ist bei allen Schmerzen immer die frühzeitige Einnahme von leichten Schmerzmitteln wie Aspirin oder Paracetamol: diese Mittel blockieren die Schmerzentstehung dadurch, daß sie die Bildung von schmerzauslösenden körpereigenen Substanzen unterdrücken. Schmerz ist ein hilfreicher Pfadfinder auf der Suche nach Krankheiten. Ist die Ursache des Schmerzes bekannt, hat der Schmerz seine Berechtigung verloren und gehört mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln beseitigt. [HS1] Allerdings auch erst dann!

VKR

Über den VKR [viszerokutaner Reflex, vgl. 1.2 Husten] funktioniert eine tibetische Methode zur Schmerzbekämpfung: heftiges Kneten der Haut mit anschließendem heftigen Reiben (Kneten und Reiben im Wechsel) führt zu drastischer Schmerzlinderung. Hier ist der Mechanismus, daß der oberflächliche Reiz ('heller Schmerz') vom Gehirn besser wahrgenommen wird als der Tiefenschmerz ('dunkler Schmerz'). Da für beide Informationen ähnliche Nervenbahnen benutzt werden, wird durch die oberflächliche Reizung das entsprechende Areal im Gehirn 'vertäubt'. [HS1]

Hast du dich schon einmal z.B. am Kopf gestoßen? Was machst du da? Genau, du reibst dir tüchtig die Beule bis der Schmerz nachlässt. Das funktioniert am Schienbein, beim Bauch etc. Den Tip habe ich übrigens von Kenpo Dorje Gyaltsen Rinpoche, einem alten tibetischen Mönchsarzt, der leider im Frühjahr 1993 gestorben ist. [HS1]

Psycho-Methode

Konzentriere Dich auf den Schmerz, bis er Dein Denken vollkommen einnimmt. Nimm den Schmerz (in Gedanken) und verpacke ihn gut in Deiner rechten Großzehe, dann schalte die Großzehe ab. Das funktioniert, ich habe es auch nicht geglaubt, aber es tut. [PL2]

2.2 Kopfschmerzen

Kopfschmerzen entstehen häufig durch Streß und Überanstrengung. Dann hilft es meist, sich einfach mal auszuruhen und zu entspannen. Frische Luft tut auch gut. Vielleicht ein ruhiger, gemütlicher Spaziergang durch einen Wald oder einen Park.

Kurzfristige Linderung bringt manchmal Kühlung, d.h. ein feuchter Lappen auf die Stirn.

Die Augen sind häufig beteiligt. Bei Überanstrengung derselben hilft es oft, sich in einem abgedunkelten Raum mit geschlossenen Augen hinzulegen. Bei häufigen Kopfschmerzen kann ein Besuch beim Augenarzt nicht schaden (seitdem trage ich eine Brille).

Gelegentlich kann auch Kaffee oder Tee (Koffein) helfen. Allerdings kann einem davon dann auch übel werden.

1 - 2 Tropfen Pfefferminzöl, auf die Stirn gerieben, lindern übrigens ganz hervorragend Kopfschmerzen! [HS1]

[DP1] empfahl Kalktabletten.

Kater-Kopfschmerzen

Gegen Suff-Kopfschmerzen hat mir Isostar (Isotonische Getränke) immer sehr gut geholfen, die Mineralverluste wieder etwas aufzufüllen. [KO1]

Der gute alte Salzhering führt dem verkaterten Körper das an Salz zu, was als Folge der alkoholinduzierten Diurese ausgeschieden wurde. Alkohol ist ein harnförderndes Mittel = Diuretikum. Verstärktes Pinkeln (= Diurese) schwemmt verstärkt harnpflichtige Substanzen, u.a. natürlich auch Salze aus. Dies führt zu Flüssigkeitsansammlungen im Gewebe (Oedembildung). Hast du schon mal nach durchzechter Nacht in den Spiegel gesehen? Genauso verquollen wie dein Gesicht ist dein Gehirn, nur daß das Gehirn keinen Platz hat, sich auszudehnen... ;-) Der Salzhering führt dem Körper Salz zu, das Salz entzieht dem Gewebe überflüssige Flüssigkeit. Resultat: Aspirin (bzw. hier besser Alka-Seltzer) und Salzhering (Rollmops) führen dazu, daß der Kater schneller wieder verschwindet. Daher nennt man diese Kombination ja auch "Katerfrühstrück". Weiterer Tip: Empfehlenswert für alle, die keinen Hering runterbekommen: Ein Maggi-Süppchen, da ist nämlich auch Salz 'drin bis zum Abwinken... ;-) [HS1]

Aspirin wird zwar immer gelobt, führt aber besonders bei vorherigem Alkoholkonsum zu verstärkten Magenblutungen und sollte deshalb nicht eingesetzt werden zur Katerbehandlung. Auch Paracetamol (ben-u-ron, Lonarid mono) ist im Zusammenwirken mit Alkohol äußerst schädlich. Es bildet nämlich einen lebertoxischen (giftigen) Metaboliten (Abbauprodukt), der bei häufigerem Alkoholkonsum zu schweren Leberschädigungen führen kann. [CB1]

Man sollte nach Möglichkeit gar keine Schmerzmittel bei einem "Kater" einnehmen. Wenn es aber unbedingt nötig sein sollte, dann ist als Einziges "Alka Seltzer" zu empfehlen, eine stark gepufferte Form der Acetylsalicylsäure (Aspirin). Daher ist Alka Seltzer magenschonender. [CB1]

Auf jeden Fall die Alka Seltzer _vor_ dem zu-Bett-gehen nehmen, und zwar recht hoch dosiert [Anm: Nicht übertreiben!]. Dann fällt der Kater erst gar nicht so doll aus. Und dann hab ich immer recht gute Erfahrungen gemacht mit dem Verzehr von rohem Sauerkraut und Tartar am Tag danach. [SB1]

2.3 Zahnschmerzen

Also will ich Dir mal mein Mittel gegen Zahnschmerzen mitteilen, welches mir hervorragend geholfen hat als ich mal an einem Wochenende plötzlich Schmerzen bekam und alle Zahnärzte ja geschlossen hatten. Man nehme einen großen Schluck Whiskey (43% oder mehr) und lasse ihn im Mund(nicht schlucken). Den Kopf so drehen daß der Whiskey an der schmerzenden Stelle wirken kann (Am besten aufs Bett legen). Nach ein paar Minuten ist die Mundhälfte ziemlich taub und das lindert den Schmerz doch schon beträchtlich. Das kann man nach belieben wiederholen,vorrausgesetzt man schluckt es nicht runter wenn man später noch was vorhaben sollte :-) Natürlich sollte man dies möglichst nur ein paar Tage machen und dann einen Zahnarzt aufsuchen. [SN1]

Da ich empfindliche Zahnhälse habe, habe ich immer ein paar Gewürznelken dabei. Bei Zahnschmerzen einfach eine Nelke am schmerzenden Zahn in die Backentasche legen. Nach kurzer Zeit fühlen sich Zahnfleisch etc. taub an, der Schmerz wird deutlich gelindert und verschwindet. Habe diesen Tip von einem Zahnarzt. Zahnärzte benutzen Nelkenöl ebenfalls für die Anästhesie. [HS1,GS1]

2.4 Halsschmerzen

Warnung: Die Unterscheidung von Kratzen und Brennen in Verbindung mit Erkältungssymptomen wie Schnupfen und Husten und Bindehautreizung auf der einen Seite und starkem Schluckschmerz,Kloßgefühl und Fieber ohne wesentl. Erkältungssymptome auf der anderen Seite ist IMHO sehr wichtig. Die letztere Symptomatik spricht eher für eine Angina (Tonsillitis acuta) und gehört immer frühzeitig in die Hände des Arztes. [FW1]

Auch bei Halsschmerzen hilft das Inhalieren mit und vor allem auch das Trinken von Pfefferminz-Tee (s. 1.3 Schnupfen) und das Lutschen von Bonbons mit ätherischen Oelen (s. 1.2 Husten). Für Kleinkinder: Die Warnung in Kapitel 1.2 lesen!

Ich habe die Erfahrung gemacht, daß bei Halsschmerzen am besten Gurgeln mit Salbei-Tee hilft, am besten 3xTgl. [GS1]

Empfehlenswert ist auch das Gurgeln mit Salzwasser. [FW1]

Schnaps kann helfen. Man kann entweder damit gurgeln (nicht schlucken!) oder sich einen "Schnapswickel" machen. Dazu tränkt man ein Tuch mit Alkohol und bindet sich das um den Hals.

Für Hartgesottene die Roßkur: Gurgeln mit 80%igen Strohrum. Hat mir immer geholfen; aber der erste Schmerz beim Gurgeln ist mörderisch. [SB1]

Auch ein Kartoffelwickel (s. 1.2 Husten), diesmal um den Hals gewickelt, hilft. [HS1]

Hilfreich kann auch ein kaltes Eis sein. Bei dicken Mandeln und damit verbundenen Schluckbeschwerden kein Milchspeiseeis (schleimt!). [HS1]

Ich habe gute Erfahrungen mit Tannenzapfensirup gemacht. [FU1]


3. Verdauungsstörungen

3.1 Durchfall

Je kleiner ein Kind ist, desto schneller trocknet es durch den Flüssigkeitsverlust bei Durchfall/Erbrechen aus. Hier sollte frühzeitig der Kinderarzt/die Kinderklinik aufgesucht werden. [HS1]

Oft hilft folgende, etwas krude Mischung: Cola trinken und dazu Salzstangen oder -brezeln essen.

Warum das funktioniert: Die Mischung ist überhaupt nicht krude, sondern wird mit großem Erfolg in der Kinderheilkunde angewandt, wenn die Kinder nicht auf Tee+Zwieback stehen. [HS1]

Kleine Anmerkung: Tee und Zwieback ist ein weiteres Mittel!

Wirkmechanismus: Durch den Durchfall kommt es zu Flüssigkeits- und Salzverlusten über den Darm (darum fühlt man sich so schlapp!). Mit den Salzstangen werden die Salzverluste ausgeglichen, mit der Cola das Flüssigkeitsdefizit. Sowohl Cola als auch Salzstangen sind gleichzeitig Kohlehydrat-Bomben (Zucker), wodurch dem Patienten gleichzeitig massiv Kalorien zugeführt werden. [HS1]

Die Aufnahme von Glukose erfolgt im Darm über einen Transporter der dadurch angetrieben wird, daß Natrium gleichzeitig mit übertragen wird. Sorge ich nun dafür, daß viel Natrium im Darm ist (Salzstangen), wird Glukose besser aufgenommen. [KJ1]

Wichtig: Es muß "richtige" Cola sein, also keine "Cola light" mit Zuckeraustauschstoffen, da diese wieder einen abführenden Effekt haben. [HS1]

Vorher die Cola bitte schütteln und die Kohlensäure rauslassen. Das schmeckt dann zwar wie 'ürgs', da der Durchfall jedoch irgendeine Ursache haben muß, sollte man die Reizungen, die Kohlensäure im Magen verursacht, vermeiden. [PL2]

Ein weiteres hilfreiches Rezept: geriebene Äpfel essen.

Ebenso helfen Bananen. [HS1]

IMHO fehlt hier der Hinweis auf die gute adstringierende Wirkung des schwarzen Tees. Seit ich einmal in einer Abhandlung über sT gelesen habe, trinken ihn meine Kinder auch in ihren gesunden Tagen. Bei klassischen teetrinkenden Völkern ist es durchaus üblich, auch den kleineren Kindern Tee zu verabreichen (Kaukasier,Mongolen u.a.). In der Wirkung noch besser, aber schlechter schmeckend, ist grüner Tee. [FW1]

3.2 Gastritis (Magenschleimhautentzündung)

Gastritis wird verursacht durch vermehrte Säureproduktion im Magen bei gleichzeitig verminderter Durchblutung der Magenschleimhaut. Eine schlecht durchblutete Magenschleimhaut produziert weniger schützenden Schleim.

Süßholz

Sehr hilfreich ist Lakritz bzw. Süßholz. Die Inhaltsstoffe, u.a. Glycyrrhizinsäure, bewirken ein schnelleres Abklingen von Entzündungserscheinungen. Nebenwirkungen treten hier erst auf bei einem Lakritzkonsum von mehr als 500g täglich (sog. Lakritz-Conn). [HS1]

Tee aus Süßholzwurzel (nach Apotheker M.Pahlow): 2 Teelöffel fein geschnittene Süßholzwurzel werden mit 1/4 l siedendem Wasser übergossen und 15 Minuten ausgezogen. Nach dem Abseihen ist der Tee trinkfertig. Da er sehr süß schmeckt, erübrigt sich ein Nachsüssen. 2 bis 3 Tassen Tee täglich. [HS1]

Magentee mit Süßholz (nach Apotheker M.Pahlow):

  • Süßholzwurzel 20
  • Kamillenblüten 20
  • Pfefferminzblätter 5
  • Tausendgüldenkraut 5
  • Melissenblätter 5
  • Zubereitung wie Tee aus Süßholzwurzel. [HS1]
  • Talcid

    Talcid (R) als Ergänzung zu Lakritze puffert die Magensäure ab, schmeckt leicht nach Pfefferminz und ist apotheken- aber nicht rezeptpflichtig. [HS1]

    Ernährung

    Einige gute Mittel, um Magensäure zu neutralisieren, sind Kartoffeln, Kartoffelbrei, Milch und Milcherzeugnisse (nicht zu süß!). [CB1]

    Schlecht sind viele schwere, fette Speisen. Auch bei Getränken sollte man vorsichtig sein, z.B. Fruchtsäften (Fruchtsäure, Zucker), Süßigkeiten u.ä. Bei Kräutern und Tees sollte man darauf achten, daß sie keine Bitterstoffe enthalten, weil diese die Magensaftproduktion steigern! [CB1]

    Trifft IMHO für Magenpatienten mit Übersäürung nicht zu! Galle- und Bauchspeicheldrüsenerkrankungen erfordern die Vermeidung von Fett. Daneben ist aus anderen ernährungshygienischen Gründen evtl. auch eine Absage zu erteilen. Bei Gastritiden und Ulcusleiden sollte hingegen eine leicht fettige Nahrung empfohlen werden. Vor allem aber sollte sie eiweißreich sein (Milch + Milchprodukte, Fleisch und Ei!). Eiweißgemische sind hervorragende Säurepuffer. Allerdings müssen sie lange und gut gekaut werden um ein leichtes Gleiten zu ermöglichen und dem Magensaft eine große Angriffsfläche zu bieten. [FW1]

    Streß

    Durch Streß verschiebt sich das Gleichgewicht vom Defensiven (Schleim) zum Agressiven (Säure)! Denke bitte immer an diesen Mechanismus und versuche, unnötigen Streß abzubauen: Damit gehst du mehr an die Wurzel des Leidens. [HS1]

    Kamillentee

    Wenn's denn doch einmal passiert ist: Kamillentee trinken! Kamillenblüten enthalten entzündungshemmende und krampflösende Substanzen. (Das funktioniert auch bei nicht-streßbedingten Magenbeschwerden). [PH1]

    Gastritis durch Bakterien

    Das Folgende steht im Widerspruch zum Beginn des Kapitels. Als Laie kann ich dazu wenig sagen. In jedem Fall: Es ist immer empfehlenswert, einen Arzt aufzusuchen! Wenn man nur selber rumpfuscht, kann das schiefgehen!

    Die "Wurzel des Leidens" ist nachgewiesenermassen nicht primär Streß! Vielmehr wird die Gastritis durch ein Bakterium mit dem Namen Campylobacter pylori bzw. Helicobacter pylori verursacht. [CB1]

    Dieses Bakterium ist resistent gegen die Magensäure und ist für die Entzündungen in der Magenschleimhaut (Gastritis), aber auch für Magengeschwüre oder sogar -krebs (Gastrinom) verantwortlich. Nach der Statistik ist das Bakterium weltweit verbreitet und in Europa sind etwa ein bis 2 Drittel der Bevölkerung davon "befallen". [CB1]

    Natürlich kann sich zu Zeiten eines geschwächten Immunsystems (hier spielt der Streß wieder eine Rolle) das Bakterium stärker vermehren, dann kommt es zur bekannten Gastritis. [CB1]

    Dieses Bakterium ist für ca. 80% der Gastritis- u. Magengeschwürfälle verantwortlich zu machen, beim Rest handelt es sich um Gastritiden, die auf Nebenwirkungen von best. Medikamenten zurückzuführen sind (Kortison, Antirheumatika, Schmerzmittel, insb. Aspirin). [CB1]

    Die Behandlung von Magengeschwüren und Gastritiden sollte man daher dem (Fach-)Arzt überlassen. Meist wird ein best. Antibiotikum in Kombination mit einem Säurehemmer wie Tagamet verschrieben. Die Behandlung dauert oft nur wenige Wochen bis zur Heilung. [CB1]

    3.3 Übelkeit

    Bei Übelkeit hilft das wohlbekannte Pfefferminzöl hervorragend. Einfach 1-2 Tropfen auf ein Taschentuch geben und gelegentlich unter die Nase halten. [AS1]

    Das hat sich schon im konkreten Fall bewährt bei Schwangerschaften. Hier nimmt die Übelkeit ja manchmal enorme Ausmaße an, Pfefferminzöl schadet jedoch auch dem Fötus nicht. [AS1]

    Ein weiteres Problem ist bei vielen, insbesondere bei Kindern, die Reiseübelkeit, speziell beim Autofahren. Auch hier hilft ein Taschentuch mit Pfefferminzöltropfen. [AS1]

    Wenn das Öl im Urlaub gerade nicht zur Hand ist, kann man auch schnell ein Bund frische Petersilie kaufen und das Kind riechen lassen. Hilft Wunder und ist in vielen Urlauben besser als Pfefferminzöl zu bekommen. [AS1]


    4. Sonstiges

    Hier kommt alles rein, was ich derzeit sonst nirgendwo geschickt unterbringen kann. :-)

    4.1 Bindehautentzündung ("Rotes Auge")

    Das "Rote Auge" kann verschiedenste Ursachen haben. Selbst für einen Augenarzt bedarf es oft noch eines zweiten Blickes (und das trotz dem Laien nicht zur Verfügung stehender diagnostischer Technik!) um die richtige Diagnose zu stellen. Ein durch Symptomlinderung (häufige angenehme Anwendung) verschleppter Virusinfekt, kann den Patienten u.U. einen Teil seiner Sehkraft kosten! [DR1]

    Folgende Therapie ist bei Chemikalienreizung (Kneipenrauch etc.) und leichten bakteriellen Infektionen hilfreich, führt u.U. auch bei Tränenfilmstörungen zu Linderung: [DR1]

    Mit Teebeutel schwarzen Tee kochen und den warmen Teebeutel auf's Auge legen. Nach zwei Tagen war das Auge wieder in Ordnung. Man kann auch Eigenurin in den Bindehautsack träufeln [wer's mag, Anm. des Erstellers]. Der Wirkmechanismus ist bei beiden Substanzen dieselbe: Spülung mit Gerbsäure. Diese Therapie (Teebeutel) hilft übrigens auch bei müden und brennenden Augen. [HS1]

    Achtung: Wie erwähnt, kann das rote Auge auch Zeichen sehr ernsthafter Augenkrankheiten sein, die in kurzer Zeit zur Erblindung führen können. Wenn gleichzeitig starke Augen-/Kopfschmerzen und ein steinharter Augapfel vorliegen, sofort zum Augenarzt!!! [HS1]

    Beim Hauch eines Zweifels natürlich zum Arzt gehen und nicht auf das eigene "Fingerspitzengefühl" vertrauen!

    Wenn in der Familie Glaukom/ Grüner Star bekannt ist, muß man eh wegen der erblichen Disposition regelmäßig zum Augenarzt, sonst empfiehlt sich die Kontrolluntersuchung anläßlich der neuen Brille (Herr Doktor ich hab da was über ... gelesen...) oder ab Erreichen des 35. Lebensjahres. [DR1]

    4.2 Schlafstörungen

    Alkohol, Baldrian, Pharmaka

    Alkohol ist ein hervorragendes Sedativum - sprich Schlafmittel. Wie immer macht die Dosis das Gift. Ein wenig Wein oder Bier machen gut müde und sind IMHO weniger schädlich - sprich: haben ein geringeres Suchtpotential - als z.B. die Benzodiazepine (Valium, Librium, Frisium etc) und ähnliche Sachen... [HS1]

    [Bei Alkohol] muß man sehr aufpassen. Am besten ist noch Bier, da der darin enthaltene Hopfen selber sedativ wirkt (s.u.) Aber nur gerade so viel davon trinken, daß man anfängt, sich müde zu fühlen. [OT1]

    In größeren Mengen erleichtert Alkohol zwar das Einschlafen, aber stört massiv das Durchschlafen: der Schlaf unter Alkoholeinfluß wird narkoseartig, die REM-Phasen werden beeinträchtigt, die erholende Funktion des Schlafs geht verloren. So führt der Alkohol selber zu Schlafstörungen, die man u.U. anfangs gar nicht bemerkt. [OT1]

    Ein erprobtes und harmloses, allerdings nicht besonders starkes Mittel zur Erleichterung des Einschlafens ist Baldrian allein oder in Kombination mit Hopfen. Davon gibt es eine Vielzahl von (frei verkäuflichen) Präparaten als Tropfen oder Kapseln. Tropfen enthalten meistens Alkohol und schmecken manchen unangenehm. [OT1]

    Vor Benzodiazepinen (Valium, Rohypnol...) oder Barbituraten (Luminal...) kann nur eindringlich gewarnt werden. Diese Mittel sind nur zur kurzfristigen Behandlung geeignet, in der Dauerbehandlung führen sie ihrerseits zu Schlafstörungen und machen süchtig. Diese Mittel haben auf die Struktur des Schlafs die gleiche Wirkung wie Alkohol. [OT1]

    Milch

    Eine klassiche Empfehlung ist eine Tasse warme Milch.

    Psychologische Faktoren

    Wenn man überhaupt nicht einschlafen kann und sich stundenlang wach im Bett wälzt, dann ist es oft sinnvoll, nochmal aufzustehen und sich eine halbe Stunde lang irgendwie zu beschäftigen (z.B. Bügeln) oder einen Mitternachtsspaziergang zu unternehmen. Oft schläft man danach ganz gut ein. Grundsätzlich: Je intensiver man an Schlaf denkt, desto weniger klappt es.

    Es ist eine gute Maßnahme, sich klarzumachen, daß man nicht schlafen muß, sondern kann. Wenn man sich Streß macht mit: "Ich muß jetzt unbedingt schlafen, weil ich morgen einen anstrengenden Tag vor mir habe!" bewirkt das nur unnötige Adrenalin-Ausschüttungen. Sagt man sich aber, daß man ja liegt und der Körper auch so seine Ruhe bekommt, hat man schon den Fuß in der Tür zum Schlaf... [HS1] Allgemeine Entspannungsübungen (z.B. autogenes Training) können sehr hilfreich sein, diesen Effekt zu vermeiden. Es lohnt sich immer, diese zu erlernen. Man sollte sich davon aber keine schnelle Hilfe versprechen. [OT1]

    U.U. kann Musikhören das Einschlafen erleichtern (auch hier dürfte die Entspannungswirkung im Vordergrund stehen). Ob das zutrifft und welche Musik geeignet ist, muß jeder selbst wissen/erproben. Aber nicht die ganze Nacht das Radio/TV laufen lassen, das stört vor allem die Träume. (Bei der Einwirkung akustischer Reize auf den Schlaf ist nicht die Lautstärke wesentlich, sondern die Art des Reizes und die Bedeutung, die man ihnen - unbewußt - beimißt. Bedeutungs-tragende Reize aller Art werden immer in die Träume aufgenommen.) [OT1]

    Koffein

    Zur Vermeidung von Einschlafproblemen sollte man die letzten Stunden keinen Kaffee oder Tee mehr trinken. Bei manchen Menschen soll allerdings Koffein auch entspannend wirken und das Einschlafen unterstützen.

    4.3 Chronische Müdigkeit

    Müdigkeit wird man mit anregenden Mitteln wie Kaffee oder Tee (vorübergehend) los, die dahinter stehenden Ursachen nicht. Wer bereits müde ist, wird nach jeder Tasse Kaffee umso schneller noch müder. Auf keinen Fall sollte man sich damit z.B. beim Autofahren wachhalten. [OT1]

    Schwarzer Tee wirkt milder als Kaffee, dafür länger anhaltend. Ähnliches gilt für den (schwächeren) grünen Mate-Tee. Das immer mehr in Mode kommende Guarana (Pulver aus den Samen einer südamerikanischen Liane) wirkt noch länger. Reines Coffein in Tablettenform ist in jeder Apotheke zu haben und wirkt eher kurz. Rezeptpflichtige Aufputschmittel (Amphetamine etc) sind effektiv, aber bei Daueranwendung und Mißbrauch gefährlich: wer sie immer nimmt, wenn er zu wenig geschlafen hat, leidet immer mehr an Schlafmangel und wird immer müder. Ein Teufelskreis. [OT1]

    Tritt Müdigkeit chronisch auf und wird zum Dauerproblem, dann muß die Ursache als solche angegangen werden:
    Schlafmangel, Streß: echter Schlafmangel lässt sich eigentlich nur durch mehr Schlaf behandeln. Schlafmangel wird oft dadurch verursacht, daß äußere Zwänge (Arbeitszeiten) dazu führen, einen dem eigenen Schlafrhythmus widersprechenden Schlafrhythmus zu führen: Den natürlichen Schlafrhythmus hat man genau dann, wenn man jeden Tag zur gleichen Zeit _ohne Wecker_ aufwacht. Wer das nicht (bzw. nicht zur richtigen Zeit) schafft, schläft permanent zu wenig; früher ins Bett gehen hilft nur bedingt, man kann dann nicht einschlafen (siehe 4.2 "Schlafstörungen"). Streß lässt sich mit Entspannungsübungen (s.o.) und mit einer Änderung des Lebenswandels oft besser beikommen als mit höchst fragwürdigen Beruhigungsmitteln. [OT1]

    Drogenmißbrauch (Alkohol, Barbiturate): siehe das oben über Alkohol und Schlafmittel Gesagte. Die Bekämpfung der Müdigkeit mit Aufputschmitteln führt dabei in einen Teufelskreis. [OT1]

    Ernährung und andere Faktoren: die "Frühjahrsmüdigkeit" wird oft auf Vitaminmangelerscheinungen zurückgeführt, wobei das sicher nur einer von vielen Einflußfaktoren ist, vgl. auch Winterdepressionen (s.u.). Entsprechende Ernährung (Obst!) kann natürlich nicht schaden. [OT1]

    Organische Störungen, z.B. Schilddrüsen-Unterfunktion: bei lang anhaltender Müdigkeit sollte man das in Betracht ziehen und sich daraufhin vom Arzt untersuchen lassen. [OT1]

    Winterdepressionen: Eine dauernd gedrückte Stimmung während der Wintermonate kann durch Lichtmangel verursacht sein. Dagegen hilft das einfachste Mittel: wirklich helle Zimmerbeleuchtung (und keine langen Abende bei Kerzenschein), dafür sind Halogenlampen oder "Pflanzenlampen" nach meiner Erfahrung am besten (weil "sonnenähnlich"); bei Sonnenschein wenn möglich ins Freie gehen; mit dem regelmäßigen Saunabesuch auch einen Aufenthalt im Solarium verbinden (kleinste Dosierung - es muß lange nicht so viel sein, wie der Haut schadet). [OT1]

    4.4 Fußpilz

    Fußpilz bekommt man weg, indem man den betroffenen Fuß in Essig badet (Essigessenz 1:4 oder Speiseessig unverdünnt, einmal am Tag 10 Minuten). [OT1]


    5. Literaturtips

    Die Liste erhebt selbstverständlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder sonstwas. Sie listet nur ein paar Bücher auf, die ein Schreiberling interessant fand.


    6. Kontaktadressen


    7. Mitarbeiter

    Ich bedanke mich bei allen, die sich beteiligt haben und noch beteiligen werden ;-). Im folgenden liste ich (in der Reihenfolge der verwendeten Kürzel) alle auf, deren Ratschläge ich in der vorliegenden FAQ eingebaut habe.

    Sollte ich jemanden vergessen haben oder einen Absatz dem Falschen zugeordnet haben, so schreibt mir das einfach. Errare humanum est.


    8. Rechtliches

    Ich übernehme keine Garantie für die Nützlichkeit oder Harmlosigkeit der gegebenen Tips. Das Auspobieren eines Tips erfolgt auf eigene Gefahr.

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    email: kuehlmey@student.uni-kl.de